Was das Webb-Teleskop über galaktische Zusammenstöße verrät
Beitrag: Thorsten Werner
Stell dir vor, du würdest zwei Galaxien nehmen und sie einfach zusammenknallen lassen. Klingt nach einem ziemlich chaotischen Szenario, oder? Genau das haben sich die Wissenschaftler*innen auch gedacht und das James-Webb-Teleskop auf die Suche nach solchen kosmischen Crash-Tests geschickt.

Credits: Image: NASA, ESA, CSA, STScI
Ein Lächeln, das bis ins All reicht
Eines der neuesten Bilder, die das Webb-Weltraumteleskop zur Erde geschickt hat, zeigt eine besonders kuriose Galaxien-Kollision: Arp 107. Dank der unglaublichen Auflösung des Teleskops können wir jetzt ganz genau sehen, was bei so einem Zusammenstoß passiert. Und das Ergebnis ist verblüffend: Die beiden Galaxien, eine elliptische und eine spiralförmige, scheinen sich gegenseitig ein breites Lächeln ins Gesicht zu zaubern!
Was steckt hinter dem galaktischen Grinsen?
Natürlich ist das Lächeln kein Ausdruck von Freude, sondern das Ergebnis komplexer physikalischer Prozesse. Die hell leuchtenden „Augen“ des Lächelns sind wahrscheinlich junge Sternhaufen, die bei der Kollision entstanden sind. Und der breite „Mund“ ist eine Welle aus Sternentstehungsregionen, die sich durch die Galaxie ausbreitet.
Warum sind diese Zusammenstöße so wichtig?
Galaktische Kollisionen sind nicht nur ein faszinierendes Spektakel, sondern auch ein wichtiger Baustein in der Entwicklung von Galaxien. Bei solchen Zusammenstößen wird das Gas und der Staub in den Galaxien so stark zusammengepresst, dass neue Sterne entstehen können. Auf diese Weise wachsen Galaxien im Laufe der Zeit und entwickeln ihre charakteristische Form.
Was bedeutet das für uns?
Die Bilder des Webb-Teleskops zeigen uns, dass das Universum ein dynamischer und ständig veränderlicher Ort ist. Galaxien sind nicht statische Objekte, sondern entwickeln sich im Laufe von Milliarden von Jahren.
Die Bilder von galaktischen Kollisionen zeigen uns, dass das All nicht nur schön, sondern auch unglaublich gewaltig und voller Überraschungen ist.