Beitrag: Thorsten Werner
Nettelnburg, ein charmantes Viertel im Bezirk Bergedorf, Hamburg, bietet eine faszinierende Mischung aus Geschichte, Natur und Gemeinschaftsgefühl. Obwohl es oft im Schatten seiner bekannteren Nachbarn steht, hat Nettelnburg viel zu bieten. Nettelnburg liegt in den westlichen Elbmarschen und bietet eine reiche Flora und Fauna.


Geschichte von Nettelnburg
Nettelnburg wurde erstmals 1208 urkundlich erwähnt, als ein Wernherus von Netelenburg als Zeuge bei einer Grundstücksübertragung auftrat. Der Name könnte von den Schauenburgern stammen, die ein Nesselblatt im Wappen führten. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Gebiet weiter, und nach dem Ersten Weltkrieg entstand hier eine Siedlung für Kriegsteilnehmer und -geschädigte. Diese Siedlung wurde unter der Leitung des Architekten Fritz Winterfeldt geplant und gebaut.
Das Gutshaus in Nettelnburg
Das Gutshaus war ursprünglich Teil des Gutes Nettelnburg und wurde nach einem Großbrand im Jahr 1894 als gründerzeitliche Villa wieder aufgebaut. Im Jahr 1899 erwarb der Bauunternehmer Philipp Holzmann das Gebäude. Das Gutshaus in Nettelnburg spielte eine zentrale Rolle in der Gemeinde, insbesondere während der Entstehung der Siedlung in den 1920er Jahren.
1. Das Gutshaus diente als Büro der Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft Nettelnburg, die 1920 gegründet wurde. Es war der Ort, an dem die Planungen und Verwaltungsarbeiten für den Bau der Siedlung durchgeführt wurden.
2. In den Anfangsjahren wurden im Gutshaus 22 Notwohnungen eingerichtet, um den akuten Wohnraummangel nach dem Ersten Weltkrieg zu lindern.
3. Das Gutshaus war ein wichtiger Treffpunkt für die Siedler. Hier fanden Versammlungen und Gemeinschaftsveranstaltungen statt, die den Zusammenhalt der neuen Siedlungsgemeinschaft stärkten.
4. In späteren Jahren wurde das Gutshaus zu einer Gaststätte und einem Hotel umgebaut, was es zu einem sozialen und kulturellen Mittelpunkt der Gemeinde machte.
Das Gutshaus war somit nicht nur ein architektonisches Wahrzeichen, sondern auch ein symbolischer und funktionaler Mittelpunkt der Gemeinde Nettelnburg.
Leider wurde das historische Gebäude im Jahr 2011 trotz Protesten der Arbeitsgemeinschaft Nettelnburg abgerissen. Heute stehen auf dem Gelände Mehrfamilienhäuser, die 2014 fertiggestellt wurden.
Sehenswürdigkeiten in Nettelnburg
1. Bugenhagen-Kirche: Diese Kirche ist ein zentraler Treffpunkt für die Gemeinde und bietet neben Gottesdiensten auch kulturelle Veranstaltungen.
2. Historische Siedlungshäuser: Die in den 1920er Jahren erbauten Häuser sind ein Zeugnis der damaligen Architektur und des Gemeinschaftsgeistes.
3. Villen am Oberen Landweg: Einige der um 1900 erbauten Villen sind noch erhalten und zeigen die Architektur der Gründerzeit.
– Trotz der Modernisierung hat Nettelnburg seinen Charakter als Gartenstadt bewahrt.
– Viele der ursprünglichen Bauarbeiten wurden von den Siedlern selbst in Eigenleistung erbracht.
Nettelnburg mag klein sein, aber es ist reich an Geschichte und Gemeinschaftsgeist. Ein Besuch lohnt sich, um die versteckten Schätze dieses charmanten Viertels zu entdecken.
Fotos: Thorsten Werner